Aufstellungen – an wen wendet sich der Panikmacher in der Coronakrise? Woher kommt die Apathie? Die Schockstrategie wirkt.

Die Spaltung im Familiensystem in den Zeiten der Coronakrise

Die vier Vertreter eines Familiensystems ,

  1. der auf sein intellektuelles Sytem fokussierte Part1,
  2. der bestimmende, regelnde, die Familie zusammenhaltende Part2,
  3. der Kind-Part3, der sich auf den intellektuell ausgerichtetem Elternteil bezieht,
  4. der Kind-Part4 , der sich gestattet , mit dem Bauchgefühl zu arbeiten.
  5. Zusätzlich eingeführt, Coranakrise und deren Verstärkung Maskenpflicht
  6. Zusätzlich eingeführt, Urvertrauen

Die aufgestellten Anteile sind abstrakte Familienanteile, Archetypen, ohne bestimmte real existierende Personen dahinter. Das führt zu anderen Dynamiken in der Aufstellung, als bei konkreten Familien.

Beobachtung und Interpretation:

Es bilden sich Konflikte und Abwehrhaltung zwischen dem intellektuellen Part1 und dem zusammenhaltenden Part2 und Abstände zwischen allen Mitgliedern ab. Zunächst zeigt sich die eigene, auf sich selbst bezogene Verfasstheit der Anteile. Auffällig ist, wie wenig wirksam der Part2 seinen inneren Aufrag, die Familie zusammenzuhalten, umsetzen kann. Diese Selbstdefinition führt nicht zu besonderem Zusammenhalt der Familie. Eventuell ist die Isoliertheit der Familienmitglieder voneinander eine Reaktion darauf.

Positionen 1

Es zeigt sich, der die Familie zusammenhaltende Part2 erfreut sich an dem intellektuell ausgerichtetem Kind-Part3 und dem Bauchgefühl orientiertem Kind-Part4, hat seinen Fokus aber auf Kind-Part3 gerichtet. Alle empfinden den bauchfühlende Kind-Part4 als positiv. Der bauchfühlende Kind Part4 ist neutral allen gegenüber, hat kein besonderes Interesse irgendjemandem gegenüber und ist mit sich selbst zufrieden.

Kurzzeitig sucht der intellektuelle Part1 den Kontakt und die Nähe zum bauchfühlenden Kind Part4 und möchte von ihm Nähe, fordert dies fast ein. Das bauchfühlende Kind Part4 kann und möchte dem intellektuellen Part nichts geben und fühlt sich dafür auch nicht verantwortlich. Darüber ist der intellektuelle Part1 enttäuscht und wütend und geht wieder weit an den Rand auf der entgegengesetzten Seite des Feldes. Es bildet sich ein Kreis.

Die hereingeführte Coronakrise ändert wenig an dem System. Die Verhältnisse zwischen den Familienmitgliedern bleiben zunächst bestehen. Sie stellt sich schräg hinter den intellektuell ausgerichteten Kind-Part 3 und bleibt dort. Für diesen Part ist das in Ordnung. Der Kreis bleibt bestehen.

Das Urvertrauen wird hereingeführt, nimmt mit jedem Anteil Kontakt auf und geht dann in die Mitte des Kreises. In das Feld kommt Bewegung, alle laufen einmal fast um den ganzen Kreis, um das Urvertrauen herum. Die Mitte ist sein Platz. Der intellektuelle Part 1 fühlt sich vom Urvertrauen sehr angezogen und nähert sich ihm. Dem Urvertrauen wird es etwas eng, auch um das Herz herum, der intellektuelle Part 1 wahrt einen gewissen Abstand und so ist die Situation für das Urvertrauen auch ok. Das Urvertrauen ist mit sich und seinem Platz einverstanden.

Der bestimmende Part 2 stellt sich nun hinter Part1, um ihn zu stärken. Part2 möchte, das der intellektuelle Part 1 sich öffnet, sich endlich dem, was da verborgen ist (vielleicht sogar in ihm selbst) öffnet. Die Sicht auf den intellektuellen Kind-Part3 und das Urvertrauen ist dem Part2 somit verdeckt. Die übrigen Familienparts schauen auf das Urvertrauen.

Positionen 4

Die Coronakrise wird noch durch die Maskenpflicht verstärkt, dieser Anteil steht direkt hinter der Krise und hat die Hände auf deren Schultern. Der intellektuell ausgerichtete Kind-Part3 verlässt daraufhin die Coronakrise und stellt sich neben den bauchfühlenden Kind-Part4. Coronakrise bleibt auf ihrem Platz, fokussiert sich aber nun auf den intellektuellen Part1.

An dieser Stelle gibt es keine Bewegung mehr, die Aufstellung wird beendet.

Persönliche Schlussfolgerung : Einer Interpretation, dass hier nichts passiert sei, möchte ich mich nicht anschließen. Vielmehr sehe ich trotz massiver und auch bedrohlicher Veränderungen in der Gesellschaft unangemessene Agonie und Apathie in den Familien. Der Schutz vor äusseren Einflüssen und der Zusammenhalt in den Familien funktioniert nicht. Die Kommunikation ist unterbrochen. Wichtige Verantwortungsbereiche in der Familie wurden nach aussen abgegeben bzw. wurden deaktiviert. Hier ist einerseits in der Vergangenheit sehr viel passiert. Zum anderen funktioniert die Schockstrategie, beschrieben von Naomi Klein im Buch „Die Schockstrategie“ ganz hervorragend. Funktioniert die Familie als Kommunikationsebene ihrer Mitglieder erst wieder wenn es schmerzhaft wird?

Die Situation der Gemeinschaft „NichtOhneUns“ (NOU) in Potsdam und des Netzwerkes „Neues Miteinander Potsdam“ im Moment und die Wirkung auf die Menschen.

Beabsichtigt ist, dass ein Bild entsteht. Forcierungen der Situation sind nicht geplant.

Nacheinander auf das Feld geführt wurden:

  1. die Menschen, die an die Pandemie und den Informationen von Regierung und ÖR-Medien glauben,
  2. die Zweifler, die beginnen zu hinterfragen,
  3. die Menschen, denen alles egal ist,
  4. die Befürworter der Inhalte und der Arbeit von NOU,
  5. die Gemeinschaft NOU,
  6. die Samstagsdemo
  7. das Netzwerk Neues Miteinander (NNM).

Es bilden sich als bald Zweiergruppen:

So zwischen den Zweiflern(2) und NOU(5), die sich in die Arme fallen und selig beieinander und von allem abgewandt, allerdings fast mittig im Feld stehen.

Die Pandemiegläubigen(1) suchen eine Aufgabe (egal welche, „weil sie keine haben“, weil es sonst nichts zu tun gibt“), sehen die Befürworter(4) allein stehen und gesellen sich dazu. Es gibt fast eine zarte Umarmung, aber auch gleich wieder ein Lösen. Die Pandemiegläubigen(1) sehen, dass die Befürworter sie nicht brauchen und auch viel größer sind als sie von außen scheinen. Die Verbindung zwischen beiden ist daher gelöst, die Pandemiegläubigen(1) gehen auf die andere Seite des Feldes, ohne Gram.

Nach ihrem Befinden gefragt, stellen die Pandemiegläubigen(1) dar, dass sie nicht wissen wozu sie da sind, was ihre Aufgabe ist und dass sie in den Vertretern auf dem Feld auch nirgendwo einen Anknüpfungspunkt sehen.

Die Befürworter der NOU(4) hatten ihre Aufmerksamkeit mehrfach nach aussen, in Richtung zweier Pferde, die in einiger Entfernung ebenfalls Interesse an der Aufstellung haben. Sie(4) würden gern hingehen, aber auch wieder zurückkommen. (Die Pferde verschwinden nach der Aufstellung wieder, obwohl wir noch lange auf der Koppel saßen.)

Die, denen alles egal ist (3) … ist tatsächlich alles egal, sie haben keinen besonderen Bezug zu jemandem, sind an ihrem Ort zufrieden und sind auch damit zufrieden, dass sich die Samstagsdemonstration(6) neben sie stellt. Die Samstagsdemo(6) ist zurückhaltend und steht mit den Egal-Menschen(3) am Rande des Feldes, hat auch zu niemandem außer den Egal-Menschen Kontakt, dort ist es ok, „sie können ja mal ein Bier zusammen trinken“.

Das Netzwerk (7) steht als einzige am Rande, mag auch zu niemandem gehen und ist mit diesem Einzelplatz und mit sich zufrieden und schaut mal, was da kommt.

Als die Pandemiegläubigen(1) sich von den Befürwortern der NOU(4) entfernen, gesellt sich NOU(5) kurz zu den Befürwortern. Da nähert sich das Netzwerk(7) den Zweiflern(2), stellt sich rechts neben sie. NOU(5) sieht das auch möchte auch wieder in diese Gemeinschaft, stellt sich links neben die Zweifler(2), sie verschränken die Arme und sind eine frohgemute Gemeinschaft.

An dieser Stelle gibt es keine Bewegung mehr, niemand möchte sich zu jemandem mehr hinbewegen, niemand mehr hat ein besonderes Interesse an einem Gegenüber, jeder hat sich in seiner Position eingerichtet, die Aufstellung wird beendet.

In der nachfolgenden Diskussion interpretieren alle zunächst das Bild als Stagnation, die negative Wertung wird dann aber zurück genommen. Statt dessen wird Wert auf anstehende verarbeitende Prozesse und Kommunikation gelegt. Und tatsächlich werden verschiedene private und Netzwerkangebote besprochen.

Der Text fusst auf meinen und zu großen Teilen auf den dokumentierten Beobachtungen von Susanne A. , die sie mir dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat.

Die Aufstellungen wurden von Susanne A. und Hans-Peter K. geleitet.

Zur Aufmunterung die Entchen in der Coronakrise oder Ob die Künstler den Coronaschock in den Menschengehirnen auflösen? https://www.youtube.com/watch?v=M8cBaXL3QOI&app=desktop

2 Kommentare zu „Aufstellungen – an wen wendet sich der Panikmacher in der Coronakrise? Woher kommt die Apathie? Die Schockstrategie wirkt.

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