Warum gehe ich am Montag spazieren? Warum gärtnern? Warum Gruppe? Warum singen?

Ehrlich gesagt, weil ich sonst platze.

Meine liebe Freundin, Susanne Alimoradian, hat diese Zeilen hier zusammen gestellt und in aktuellen Kontext gestellt.

Zitat :

Salutogenese – Angesichts der Rede des Bundespräsidenten am 28.10.22 stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit diesen düsteren Aussichten um? Daher möchte ich einige Überlegungen von mir zur Salutogenese von Mai 2021 wiederholen:

🌱Wie können wir in dieser herausfordernden Zeit an Körper, Geist und Seele gesund bleiben? 🌱

Salutogenese: Verstehbarkeit – Sinnhaftigkeit – Handhabbarkeit

Der israelische Medizinsoziologe Aaron Antonovsky (1923-1994) stellte 1970 bei einer Studie an Frauen, von denen ein Teil Überlebende von Konzentrationslagern waren, fest, dass 29 % der ehemals inhaftierten Frauen trotz der extremen Stressoren, denen sie ausgesetzt gewesen waren, in einem guten mentalen Zustand waren.

Dies führte ihn zu den Fragen:
Was hält Menschen gesund?
Warum bleiben Menschen trotz vieler gesundheitsgefährdender Einflüsse gesund? Wie schaffen sie es, sich von Erkrankungen wieder zu erholen?
Und was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremster Belastungen nicht krank werden?

Während sich Pathogenese mit der Entstehung und Entwicklung einer Krankheit beschäftigt, bedeutet Salutogenese soviel wie Entstehung oder Ursprung von Gesundheit.

Für sein Modell der Salutogenese definierte er drei Faktoren:

🌼Das Gefühl der Verstehbarkeit: die Fähigkeit, die Umwelt so zu ordnen und zu strukturieren, dass sie sinnvoll interpretiert werden kann

🌼Das Gefühl der Sinnhaftigkeit: etwas bewältigen zu wollen, weil es sinnvoll ist oder einen Sinn hat bzw. einen Sinn ergibt

🌼Das Gefühl der Handhabbarkeit/Machbarkeit: der Glaube und die Überzeugung, Situationen und Probleme managen zu können

Diese drei Komponenten führen nach Antonovsky zu einem Kohärenzgefühl und dieses erhält uns gesund.

Diese Komponenten möchte ich den drei Seelenkräften Rudolf Steiners denken – fühlen – wollen zuordnen.
Und bei jeder dieser drei Komponenten finden wir eine Richtung nach außen und eine nach innen.

Wir können uns also in der derzeitigen Krise fragen:

🔸Verstehbarkeit – denken/erkennen: Hierbei geht es um die Erkenntnis dessen, was um uns herum geschieht, ebenso wie um Selbsterkenntnis.
Verstehe ich, was um mich herum vorgeht?
Was lerne ich angesichts dessen, wie ich auf diese Krise reagiere, über mich selbst? Wo sind meine Ressourcen aber auch meine Herausforderungen?
Dieser Bereich ist im Kopf angesiedelt.

🔸Sinnhaftigkeit – fühlen: Welchen Sinn finde ich für mein Leben in dieser Krise? Was ist für mich nun der Sinn des Lebens? Was ist meine Aufgabe? Für was lebe und atme ich? Dieser Bereich ist in die Zukunft gerichtet.
Es geht dabei um Mitgefühl für mich selbst ebenso wie für meinen Nächsten und für alle Menschen.
Diesen Bereich ordne ich dem mittleren, dem rhythmischen System zu, denn er betrifft Lunge und Herz, unsere Organe des Lebens und Liebens.
Finde ich einen neuen Rhythmus? Wo ist der Rhythmus in meiner Außenwelt? Hier kann derzeit neben einer neuen Tagesstruktur auch der Rhythmus der Natur Halt geben.

🔸Handhabbarkeit – wollen/handeln: Komme ich zur Tat? Welche Handlungsmöglichkeiten habe ich gefunden? Wie kann ich in dieser Zeit für andere segensreich wirken? Was brauche ich selbst und wie kann ich mir selbst Gutes tun? Es geht dabei nicht um ein Funktionieren, sondern um ein Tun entsprechend unserer lebendigen Bedürfnisse, aus innerem Impuls und innerer Freiheit heraus.
Dieser Bereich betrifft die Gliedmaßen und auch den Mund. Wir handeln mit Händen und Füßen und mit unserer Sprache.

Die Herausforderungen dieser Zeit sind enorm. Durch Verwirrung, Empathielosigkeit/Angstschüren und Ohnmacht/Arbeitslosigkeit/Handlungsunfähigkeit wird jeder der drei Bereiche angegriffen!
Corona ist eine Entwicklungsaufgabe. Und eine Mutprobe.

Die drei von Antonovsky genannten Faktoren zu betrachten, kann zu einer Gesunderhaltung von Körper, Geist und Seele beitragen: Ich verstehe bzw. versuche zu verstehen, ich kann handeln bzw. versuche mich einzubringen und ich finde einen Sinn.

Zitat Ende.


🌼


Schon einige male in meinem Leben habe ich die heilsame Erfahrung der Salutogenese in Krisen erlebt. Ich wusste damals nicht wie das heisst, aber es hat gewirkt!

🌼Das Gefühl, die Situation verstehen zu können.

🌼Das Gefühl, dass es einen Sinn hatte, so wie es passiert war. Selbst Fehler sind sinnvoll.

🌼Das Gefühl der Handhabbarkeit/Machbarkeit. Anpacken und dabei den Körper spüren und Erfolge haben.

In Krisen bin ich gerannt, hab irgendwas gebaut, umgegraben und hab meine Freunde mit meinen Erklärungen für meine Situation genervt. Aber, meine Freunde hat es auch gefreut. Deren Garten war dann nämlich umgegraben, alte Bäume gerodet oder was auch immer.

Auf die heutige Situation angewandt:

Also, beim besten Willen. Wie man einen Virus entwickeln kann und eine mRNA-„Impfung“ mit derartigen, voraussehbaren Folgen, das werde ich niemals verstehen. Die haben doch echt ne Schraube locker.

Aber ich kann mein Handeln in dieser Situation erklären, verstehen, begründen. Und die Coronakrise hat gute Leute zusammen gbracht und in die Aktion gebracht. Das ist insofern sinnvoll. Und gemeinsam packen wir das, so weit wie es eben geht.

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Ein Kommentar zu „Warum gehe ich am Montag spazieren? Warum gärtnern? Warum Gruppe? Warum singen?

  1. Meine Lieblingskomponente ist die der Sinnhaftigkeit!
    Im Übrigen ist es aktuell schon ganz viel, überhaupt handlungsfähig zu bleiben. Vielleicht sollten wir uns bis zum nächsten Frühling darauf konzentrieren.

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