Vielleicht Schiffe versenken, gewiss aber der unaufhaltsame Wechsel an der Spitze der Weltmächte

#Russland : Ich versenke ihn, ich versenke ihn nicht…

Manche Leser haben sich in Kommentaren und privaten Zuschriften darüber empört, dass Russland keine US-Schiffe versenkt hat nach Trumps neuerlichem Tomahawk-Theater. Und nun habe ich gesehen, dass sogar der deutsche Saker-Blog aggressiv diese Meinung verbreitet.

Die Aufregung ist umsonst:

  1. Wozu sollte das Versenken von US-Schiffen in der gegebenen Situation gut sein? Um ahnungslose ausländische Bürger zu befriedigen, die gern US-Schiffe untergehen sehen wollen? Es ist nicht Russlands Aufgabe, Dummheiten zur Freude von Dummen zu begehen.
  2. Russland hat sich niemandem gegenüber verpflichtet, US-Schiffe zu versenken. Russlands stellvertretender Verteidigungsminister hat die USA gewarnt, dass es dazu kommt, wenn die USA eine Giftgas-Provokation veranstalten und sich das zum Anlass nehmen, syrisches und russisches Personal und Regierungsgebäude in Damaskus anzugreifen. Beachten Sie den Kontext: a) Die Warnung bezieht sich ganz konkret auf ein bestimmtes Szenario, das nicht eingetreten ist, b) Die Warnung wird vom stellvertretenden Verteidigungsminister ausgesprochen. Der stellvertretende Verteidigungsminister entscheidet solche Dinge aber nicht. Über ihm stehen der Verteidigungsminister und der Präsident. Hat Putin einen Krieg gegen die USA versprochen? Nein. Können derartige Versprechen seiner Untergebenen, so ernst sie gemeint sein können, ohne Putins Zustimmung wirksam werden? Nein. Insofern ist nichts unerwartetes passiert. Ein russischer General warnt US-Generäle vor konkreten Folgen für konkretes Verhalten. Putin als Oberbefehlshaber hat aber nichts dergleichen versprochen, er lässt sich bewusst alle Freiräume offen.
  3. Die USA werden untergehen mit dem Narrativ, dass sie großartig und mächtig sind. So lautet der Plan. So ist es hier im Blog schon beschrieben worden. Achten Sie darauf und Sie werden feststellen, dass alle Geschehnisse höchstlogisch sind. Die USA haben sich mit ihrem Raketenschlag maßlos blamiert, aber Trump darf über die Großartigkeit der Operation twittern, bis die Dummköpfe in der Matrix verzweifeln, weil sie gern US-Schiffe sinken sehen wollen. Genau so wird es auch weitergehen. Die USA werden eine Blamage nach der anderen heimfahren, sie werden realen Einfluss abgeben, sie werden ihre Macht verlieren, aber mit jedem Schritt in diese Richtung wird Trump die USA als großartige Großmacht inszenieren und alle US-Feinde, auch diejenigen, die den US-Einfluss übernehmen, werden kräftig mitmachen beim Theater. Schon vor Jahren habe ich hier geschrieben, dass die weltweite Geopolitik der jetzigen Jahre darin besteht, die USA sanft fallen zu lassen. Seitdem Trump im Amt ist, hat sich schnell herausgestellt, dass ein zentrales taktisches Element dieses Vorhabens darin besteht, den Niedergang der USA offiziell abzustreiten und so zu tun, als wäre alles beim Alten.

Noch mal: Der Plan für die gesamte Welt, auch für Russland, lautet: Die USA sanft zu Fall bringen. In der konkreten Umsetzung bedeutet dies: knallhart so viel nehmen wie man kann, die USA von überall her vertreiben, aber gleichzeitig so zu tun, als seien die USA weiterhin sehr mächtig und wichtig. Trumps Raketen-Show hatte in der realen Realität keinerlei Nutzen für die USA. Alle Militärs der Welt konnten sich davon überzeugen, dass die besten Raketen der USA entweder leicht abzufangen sind, oder aber so miserabel sind, dass es hundert dieser Raketen braucht, um sechs normale Gebäude zu beschädigen. Egal welche Version der Ereignisse man auswählt, es ist eine Blamage für die USA. Russland wird sich Markanteile der USA auf den Waffenmärkten schnappen – das wird die knallharte Folge in der Realität sein. In der Matrix ist Trump aber der große Hecht, der ungestraft Syrien bomben kann. Alles läuft perfekt nach Plan.

Die Matrix ist infiziert, sie funktioniert nicht mehr so, wie sie sollte. Hier haben Sie ein wunderbares Beispiel dafür. Eigentlich soll die virtuelle Realität in der Matrix die Realität so beeinflussen, dass die Macht der USA vermehrt wird. So hat es Jahrzehnte lang funktioniert. Aber jetzt nutzt Putin die Matrix, um in der Realität das genaue Gegenteil dessen zu erreichen, wofür die Matrix eigentlich da ist. Die Märchen von der allumfassenden Macht der USA sollten die reale Macht der USA stärken, aber jetzt verdecken diese Märchen den rapiden Schwund der realen Macht der USA. Und diese Tarnung ist wichtig, sie verhindert, dass die Matrix eine Eskalation in der Realität entfacht. In der Realität erniedrigt Putin die USA, aber in der Matrix lässt er ihnen die Größe. Genau so ist es gewollt. Beachten Sie, wie gut Putin und Trump dabei zusammenarbeiten.

Dass Russland keine US-Kriegsschiffe versenkt hat, ist kein Bug, es ist ein Feature. Es geht nicht darum, dass Russland und die USA sich offen frontal angreifen. Es geht darum, den Einfluss des ehemaligen Hegemons neu aufzuteilen, eine neue Weltordnung zu bilden, und dabei einen großen Krieg, wie er für solche Verteilungsphasen typisch ist, zu vermeiden. Daran arbeiten Putin und Trump.

Diese nicht sehr verbreitete Sicht findet man in vielen Texten bei analitik :

http://analitik.de/2018/04/22/ich-versenke-ihn-ich-versenke-ihn-nicht/

wird weiter geführt …

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Ein Gedanke zu “Vielleicht Schiffe versenken, gewiss aber der unaufhaltsame Wechsel an der Spitze der Weltmächte

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